Jüdisches Leben in Trier 2021

Jüdischer Friedhof Weidegasse

Nachdem Erzbischof Otto von Ziegenhain 1418 die Juden aus Trier vertrieben hatte, durften sie sich um 1610/1620 dort wieder ansiedeln. 1651 wurde der Friedhof in der Weidegasse außerhalb der Stadtmauern angelegt. Der alte Teil umfasst etwa 150 Gräber, der hauptsächlich in der Zeit der Assimilierung, also zur napoleonischen Zeit, angelegte neue Teil etwas mehr als […]

Neue Synagoge

Nach dem 2. Weltkrieg haben 14 nach Trier zurückgekehrte Juden zusammen mit einigen alliierten Soldaten das jüdische Gemeindeleben wieder aufgebaut. Nachdem das Bethaus in der Saarstraße zu klein geworden war, wurde 1957 die von dem Trierer Architekten Alfons Leitl entworfene neue Synagoge an der Kaiserstraße eingeweiht. Diese bietet Platz für etwa 100 Personen, aber die […]

Neustraße: Familie Herrmann

In der Neustraße vor dem Haus Nr. 92 befinden sich zehn Stolpersteine. Sie gehören zu einem Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig, der 1996 begonnen hat, 10 x 10 cm große Messingplatten für Opfer des Nationalsozialismus an der Stelle in den Boden einzulassen, wo der Mensch zum letzten Mal freiwillig gewohnt hat. Es handelt sich […]

Fahrstraẞe: Ehemaliges Kaufhaus Haas

Die Geschichte des Kaufhauses Haas beginnt 1869, als der jüdische Kaufmann Hermann Haas in der Neustraße 97 ein kleines Kurzwarengeschäft eröffnete. 1871 heiratete er Berta Levy, die beiden bekamen zwei Söhne, Max und Albert. 1886 traf die Familie ein Schicksalsschlag, als der Firmengründer im Alter von 40 Jahren verstarb. Die junge Witwe führte mit dem […]

Kleine Judenpforte

Die Kleine Judenpforte diente als einer von mehreren Zugängen zum jüdischen Stadtviertel im mittelalterlichen Trier. Das jüdische Leben ist hier seit 1066 urkundlich bezeugt. Das jüdische Viertel war relativ groß, es verfügte über etwa 60 Häuser, Synagogen, ein Gemeindehaus und eine Mikwe, also ein Ritualbad. Unter Erzbischof Balduin von Luxemburg erreichte das Viertel im 14. […]

Paulinstraße: Adele Elsbach

Im Haus Paulinstraße 119 wurde 1908 Adele Elsbach geboren, eine für ihre Zeit bemerkenswert moderne jüdische Künstlerin. Das Stadtmuseum Simeonstift wurde auf sie aufmerksam, als in einem Aktionshaus 2018 neun Zeichnungen für farbige Glasfenster versteigert wurden. Die Arbeiten bestechen durch ihr klare, formal reduzierte, bisweilen futuristisch anmutende Formensprache. Über ihre Schul- und Berufsausbildung sowie das […]