Jüdisches Leben in Trier 2021

Stadtmuseum Simeonstift in Trier

Vortrag

Stadtmuseum Simeonstift

07.September.2021, 19:00 Uhr

Die Geschichte der Juden in Trier: Ein historischer Überblick

Aktuell geht die Forschung davon aus, dass bereits zur Römerzeit eine jüdische Gemeinde vor Ort existierte, jedoch ist unklar, ob Kontinuität bis zum Mittelalter bestand.

Die ersten schriftlichen Erwähnungen stammen aus der Mitte des 11. Jahrhunderts und finden sich auf einem Grabsteinfragment und in einer Handschrift der „Gesta Treverorum“.

Anfang des 14. Jahrhunderts stand die Gemeinde in voller Blüte, das jüdische Viertel nahe am Hauptmarkt bestand aus rund 60 Gebäuden, in denen mehr als 300 Menschen lebten. Mit den Pestpogromen 1349 kam das jüdische Leben auch in Trier fast völlig zum Erliegen, 1418/19 erfolgte die endgültige Ausweisung aus Kurtrier.

Erst im 17. Jahrhundert wurden jüdische Bürger wieder zugelassen, sie blieben aber eine kleine Minderheit, wenn auch recht gut integriert in die Stadtgesellschaft.

Ihr Wohnbereich war nun nicht mehr zentriert im jüdischen Viertel, sondern über die gesamte Stadt verteilt.

Eine jähe Zäsur war der Nationalsozialismus, der jüdisches Leben und jüdische Kultur in der Stadt brutal auslöschte und Verschleppung, Mord und Vernichtung ganzer Familien nach sich zog. Prof. Dr. Frank G. Hirschmann beleuchtet diese wechselvolle Geschichte in einem Vortrag im Stadtmuseum.